Dach / Dachpappe verlegen

Zum Arbeitsschutz, arbeiten am Dach sollte man nur dann selbst machen, wenn es ein Flachdach ist und das Gebäude einstöckig ist. Wenn man das Gleichgewicht verliert und auf die Füße stürzt, gibt es bei jüngeren Leuten vielleicht eine Verstauchung, bei älteren Leuten steigt die Gefahr eines Knochenbruches. Prallt man nicht mit den Füßen auf, ist die Gefahr einer Querschnittslähmung groß! Willst du dieses Risiko eingehen? Wenn ja, solltest du Vorkehrungen treffen:

  • Räume ringsum auf. Falls du fällst, solltest du auf ebenem Boden landen und nicht in der Werkzeugkiste.
  • Warte auf trockenes, windarmes Wetter. Arbeite nicht in hereinbrechender Dämmerung.
  • Steige ausgeruht aufs Dach, trinke und rauche nicht.
  • Lass auf dem Dach nichts Unnötiges herumliegen, besonders gegen Ende, wenn der Platz knapp wird.
  • Verwende eine genügend lange, stabile Leiter.
  • Stell einen Eimer kaltes Wasser auf das Dach: Falls du dich verbrennst oder falls der Teer Feuer fängt. Zumindest eine alte Decke zum Löschen ist bereitzulegen.

Außerdem:

  • Stelle Feuerzeugbenzin o.ä. zum Reinigen der Hände bereit. Benzin aus dem Auto-Reservekanister ist schädlich wegen der Beimengungen.
  • Feste, gut passende Schuhe sind empfehlenswert. Die Sohlen sollten möglichst wenig Relief haben oder glatt sein, um den Belag nicht zu beschädigen. Lange Hosen und ein Arbeitshemd mit langen Ärmeln ist empfehlenswert. Bedenke: Heiße Teerspritzer sind unangenehm. Teer und Napalm sind recht ähnliche Substanzen!

Erstdeckung, Bretter als Untergrund

Damit die Dachpappe im Sturm nicht davonfliegt, muss sie befestigt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Die unterste Lage Dachpappe wird mit „Dachpappenägeln“ auf das Holz genagelt. Die Nägel sollten gut versenkt sein, sie drücken sich gern durch die Dachpappe. Wenn die Bretter beim Betreten merklich federn, lege Laufbretter aufs Dach! Andernfalls reißt die Dachpappe und die Nägel kommen hoch. Die Nagelköpfe können mit Kaltkleber abgedeckt werden. Bei stark federnden Brettern besser mit einem Stück Dachpappe überkleben.
  • Die unterste Lage wird aufgeklebt. Das funktioniert nur bei relativ glattem Untergrund. Es ist vorteilhaft, die Fläche mindestens einen Tag vorher mit Kaltkleber vorzustreichen.

Eine zweite Lage wird auf die untere Lage aufgeklebt.

Erstdeckung, Beton als Untergrund

Achte schon beim Betonieren auf eine möglichst ebene Fläche. Kehre das Dach sorgfältig ab: Jedes Steinchen wird sich nach oben durch die Dachpappe drücken. Der Untergrund sollte mit Kaltanstrich vorbehandelt werden. Die untere Lage muss sorgfältig aufgeklebt werden.
Eine zweite Lage wird auf die untere Lage aufgeklebt.

Wiederholungsdeckung

Durch Sonne, Wind, Frost und Schnee ist nach fünf bis zehn Jahren die alte Dachpappe spröde und rissig geworden. Die schützende Besandung ist abgetragen, und an besonders heißen Tagen wird der ungeschützte Teer weich. Spätestens wenn es durchtropft muss eine weitere Schicht Dachpappe aufgeklebt werden. Dummerweise wird das Dach meist im Herbst oder Winter undicht. Bei Temperaturen unter zehn Grad ist es schwierig, qualitativ gute, langlebige Arbeit zu leisten! Also besser rechtzeitig im Hochsommer decken.
Schrubbe und kehre das Dach, damit die locker sitzende Besandung entfernt wird. Behandle am Vortag alle Risse und alle losen Stellen mit Kaltanstrich. Blasen aufstechen, gegebenfalls nachnageln.
Benötigtes Material und Werkzeug

  • Für die untere Schicht: unbesandete oder wenig besandete Dachpappe
  • Für die Deckschicht: besandete Dachpappe. Bedenke bei der Mengenbestimmung eine Überlappung von zehn Zentimetern!
  • Gasbrenner mit Gasflasche und Gasanzünder
  • stabiles Messer (nach Gebrauch wegwerfen)
  • Arbeitsschutzhandschuhe (Lederartig)

Bei kühlem Wetter sollte die Dachpappe bis unmittelbar vor der Verarbeitung in einem warmen Raum gelagert werden. Kalte Dachpappe neigt zu Brüchen und lässt sich nur schwer ohne „Wellenbildung“ verlegen. Nass darf die Dachpappe keinesfalls sein.
Bei warmem Wetter ist es ratsam. zugeschnittene Dachpappestreifen ausgerollt auf dem Dach zu lagern.

Durchführung

Die erste Bahn ist an der tiefsten Stelle des Daches zu verlegen, die nächsten Bahnen mit 10 cm Überlappung darüber. Die Bahn sollte an jedem Dach Rand ein wenig überstehen:

  • Weit genug, damit das Wasser abtropft, ohne die Hauswand und das Brett am Rand des Daches zu durchnässen
  • nicht zu weit, damit der Sturm keinen Ansatzpunkt findet.

Eine zweite Lage sollte gegenüber der ersten so verschoben werden, dass die Überlappungen nicht aufeinanderliegen.
Das Aufkleben macht man am besten zu zweit. Kurze Bahnen kann man anheben, längere Bahnen rollt man mit einem großen Durchmesser zusammen. Der Erste hebt die Bahn an, und der Andere erhitzt die Bahn ‚von unten mit dem Gasbrenner. Der Erste lässt sie langsam absinken bzw. rollt sie aus, dabei kann er die noch warme Bahn mit den Füßen festtreten.
Achtung! Die bereits liegende Bahn an den Überlappungsstellen nicht überhitzen! An den Stellen, die anschließend nicht durch die neue Lage überdeckt werden, darf die Besandung nicht im Teer versinken!
Anschließend können Nähte und kleine Beschädigungen mit Kaltanstrich nachbehandelt werden.

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